Animation: Internet-Zensur und Filtermechanismen anschaulich erklärt

Aus aktuellen Anlass hier nun eine anschauliche Animation aus der Schmiede des GOODmagazin zum Thema Netz-Zensur und Filterung.

Ich bin, wie Ronny, ebenfalls sehr gespannt ob man diesen Clip in ein paar Jahren noch einmal gründlich überarbeiten muss und vor allem  bin ich gespannt, wie sehr Deutschland dann eine Rolle hierbei spielt, für den Fall das es zu einer administrativen Zensur des deutschsprachigen Internet gekommen ist.

Vor allem in diesem Momenten und Zeiten stehen wir als Akteure der Blogosphäre in einer Verantwortung aufzuklären, Diskussionen anzuregen und zu führen, mehr noch Verantwortung zu übernehmen um gemeinsam zu handeln und mit Freunden und Familie darüber zu sprechen, so dass es gar nicht erst zu einem Ernstfall kommt. An dieser Stelle sei an Markus’ hervorragend zusammengetragen Beitrag verwiesen, der eben jene Vorschläge hervor bringt.

Ich möchte einfach nicht zu der Generation gehören, die ihren Staat stumm gewähren ließ einen Überwachungsstaat aufzubauen. Ihr hoffentlich auch nicht.


honki · 25.01.2010 7 Kommentare

Zensur mit Hilfe des Jugendschutzes – Ein mögliches Ende der Freiheit im deutschen Internet?

Heute ist eine Meldung durch die hiesige Blogosphäre geeilt, die auch mich erst ungläubig hat stutzen lassen, ob der Tatsache das dies wirklich ernst gemeint ist.

Es geht um den aktuellen Entwurf des überarbeiteten Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (PDF) der derzeit in Anhörung und  heftiger Diskussion befindet. Im Wesentlichen handelt es sich bei diesem Gesetzesentwurf um eine länderübergreifende Filterung und Zensur von allen Inhalten des Internet, die nicht dem Jugendschutzgesetz entsprechen, welches unter anderem auch diese Seite sowie zahlreiche große und bekannte Seiten wie Netzwerke wie z.B. StudiVZ, Bild und Co. betreffen würde.

Hier mal ein Auszug des Schreckens, der Frau von der Leyen mal so eben in den Schatten ihres Stoppschildes stellt.

Der aktuelle Entwurf zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) enthält eine ganze Reihe abzulehnender Vorschriften:

  • Es werden sowohl Internet-Zugangs-Anbieter (Access-Provider, ISP) als auch Anbieter von Webspace (Hosting-Provider) mit den eigentlichen Inhalte-Anbietern gleich gesetzt. Sie werden als „Anbieter“ bezeichnet. Sie alle sind für die Inhalte ihrer Kunden verantwortlich.
  • Access-Provider werden verpflichtet, ausländische Webseiten zu blockieren, die sich nicht an die in Deutschland geltenden Jugendschutzbestimmungen halten. Es muss also eine weitaus umfangreichere Internet-Zensur-Infrastruktur aufgebaut werden, als dies Ursula von der Leyen im Wahlkampf vorgesehen hat.
  • Wenn auf einer Webseite die Nutzer Inhalte erstellen können (also zum Beispiel Kommentare in Blogs), dann muss der Betreiber der Plattform (also zum Beispiel der Blogger) nachweisen (!), dass er zeitnah Inhalte entfernt, „die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren Personen zu beeinträchtigen“. Ausnahmen sind keine vorgesehen.
  • Generell werden alle Inhalte in Kategorien eingeteilt: ab 0 Jahre, ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 16 Jahre, ab 18 Jahre.
  • Alle „Anbieter“ müssen sicherstellen, dass Kinder der entsprechenden Altersstufe jeweils ungeeignete Inhalte nicht wahrnehmen. Dafür sind mehrere (alternative) Maßnahmen vorgesehen:
    • Es wird ein von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zugelassenes Altersverifikationsverfahren genutzt.
    • Inhalte werden nur zu bestimmten Uhrzeiten angeboten. (beispielsweise nur zwischen 22 und 6 Uhr, wenn ab 16 Jahre)
    • Alle Inhalte werden mit einer entsprechenden Altersfreigabe gekennzeichnet.
  • Die bestehenden Regelungen bezüglich schwer jugendgefährdenden Inhalten (das betrifft u.a. Hardcore-Pornographie usw.) bleiben natürlich in Kraft.
  • Das alles ist hoffentlich nur eine Luftnummer die in wenigen Wochen wieder verpufft ist. Aber irgendwie beschleicht mich das merkwürdige Gefühl, das aus dieser Sache etwas werden könnte. via nerdcore

    Quellen und weiterführende Artikel


    honki · 25.01.2010 5 Kommentare

    Du bist Terrorist!

    Du bist Terrorist! Diese durchaus harte und brisante Äußerung soll mahnend auf das derzeitige Handeln der Bundesregierung hinweisen, sowie auf mögliche Zukunftsszenarien. Leider sind einige Inhalte nicht 100% korrekt, entsprechend der derzeitigen Rechtslage, dargestellt und tendenziell etwas überspitzt. Bei netzpolitik und spreeblick wird bereits rege darüber diskutiert, ob der Clip deshalb nicht evtl. seine aufklärende Wirkung verliert. Ich finde das definitiv die anprangernde Komponente in den Vordergrund tritt und so auch nicht oder nur kaum informierte Menschen dadurch aufgerüttelt werden sich mit dieser mittlerweile enorm präsenten Thematik zu befassen. Denn schließlich sind wir ja alle pädokriminelle Terroristen! Deutschland wach auf!


    honki · 19.05.2009 1 Kommentar