
Auf diesem Beitrag hatte ich mich eigentlich für die Zeit als Gastblogger beim Kraftfuttermischwerk gefreut, aber leider standen damals noch einige Veröffentlichungsrechte im Weg, die ich nur ungern brechen wollte. Mario Willms, vielen Thüringern Partygängern wohl eher bekannt als Douglas Greed (Freude am Tanzen) bzw. Real (Bionic Session) beschäftigte sich im Rahmen seiner Masterarbeit für den Abschluss des Mediendesign Studiums an der Bauhaus-Universität Weimar mit den sich verändernden Strukturen der von Indie-Labels geprägten elektronischen Musikindustrie die sich mit dem Wandel der digitalen Zeit mit jeder Menge neuen Problemen aber auch Möglichkeiten konfrontiert sieht.
Im Folgenden erstmal der dazugehörende Pressetext zum näheren Verständnis:
Das Stück betrachtet die Krise der Musikindustrie im Mikrokosmos der elektronischen Tanzmusik. Die Technik- und Zukunftsverliebte Technoszene zwischen nostalgischem „früher war alles besser“ Attitüden und der Suche nach neuen Wegen, um wirtschaftlich und künstlerisch zu überleben.
Das Stück versteht sich als Situationsbericht und möchte dem Hörer Zukunfts-und Existenzängste der Künstler vermitteln, den Wertverfall künstlerischen Schaffens dokumentieren und dabei gleichzeitig die emotionale Verbundenheit der Interviewten mit ihrer Tätigkeit dokumentieren.
Gerade im Indiebereich der Musikindustrie entstehen momentan neue Strukturen und Abhängigkeiten zwischen Künstlern und Labels. Vielerorts weicht der Wirtschaftsbetrieb Label, mit der Hauptfunktion Musikverkauf, dem Model einer Künstleragentur mit Familienattitüde und vielschichtigen Tätigkeitsfeld.
In dem musikalischen Hörspiel werden die Stimmungen und Meinungen einiger ausgewählter Protagonisten gegenüberstellt. Die Dankbarkeit dafür, dieses freie und selbst bestimmte Leben führen zu dürfen, trifft auf den Frust, dass Respekt und Wertigkeit für künstlerisches Schaffen scheinbar verloren gehen. Das Festhalten an alten Medien steht der Überflutung durch digitale Medien gegenüber.
Das Hörspiel möchte Dilemma und Möglichkeiten für den Umgang mit der Krise der Musikindustrie darstellen und zugleich Situationsbericht aus einer Subkultur sein. Dazu wurden Interviews mit Protagonisten der Szene geführt. Diese Interviews wurden anschließend auf einem extra produzierten Soundtrack collagiert und in eine fiktive Ebene eingebettet.
Ums kurz zu machen, naja diese Aussage ist relativ nach dem langen Text da oben, kann ich diese Arbeit wirklich jedem empfehlen der sich auch nur ein Stück für elektronische Musik, Thüringer Technolabels oder Musikvertrieb interessiert. Unter anderem zu Wort kommen Künstler wie Anja Schneider, Mathias Kaden, Heiko MSO oder Hans Nieswandt sowie Thomas Sperling, Carsten Schuchmann und Uli Wimbacher als Funktionäre und und und …
Das ganze kann man sich bequem als Podcast via iTunes laden oder direkt hier. Das obige Cover stammt aus der Masterarbeit von Herrn Willms bei dem ich mich an dieser Stelle auch noch einmal ganz recht herzlich dafür bedanken möchte das ich sein Cover verwenden darf. via freudeamtanzen