30.09.2010 20

Eskalation der Stuttgart 21 Proteste – Polizeigewalt gegen Kinder und Jugendliche

In diesem Land läuft gerade einiges schief und dieses Bild oben zeigt nur einen Teil der massiven Polizeigewalt bei den Protesten der Stuttgarter Bürger gegen das Bauvorhaben Stuttgart 21 zu dem heute Kinder zusammengeschlagen, Jugendliche verfolgt und verhaftet wurden und Menschen die in friedlicher Absicht kamen in lebensgefährliche Situationen gebracht wurden. Mir fehlen wirklich die Worte, aber bevor ich etwas falsches sage oder berichte werde ich mich auch erst einmal in das Thema einlesen. Ihr hoffentlich auch.

René hat hierzu bereits einige Links zusammengetragen die ich so gerne übernehmen würde:

Hier das Twitter-Search-Ding für S21, hier der Link zum Bild, die Gießener Zeiitung: Stuttgart 21- Polizei setzt Schlagstöcke, Reizgas und Wasserwerfer gegen Kinder und Jugendliche ein! und hier der SpOn-Bericht: Polizei räumt Stuttgart-21-Gelände mit Gewalt.

Update: Hier ein unglaublicher Augenzeugenbericht von dem ich kaum glauben kann das das wirklich passiert ist und hier ein Artikel der Zeit über die Entfremdung der Stadt Stuttgart von Ihren Bürgern und wie sich die Lage zu zuspitzen konnte. Malcolm hat hierzu noch ein Video gefunden welches die Räumung des Schlossparkes zeigt.

Update2: Die Berichterstattung greift auf allen Kanälen um sich, zu viel eigentlich um alles zu verarbeiten. Aber dieser Kommentar von Christian Sickendieck über die Aussagen von Heribert Rech sprechen mir aus der Seele. Hierzu auch noch zwei Videos mit Marietta Slomka die einmal Herrn Rech und Herrn Mappus vor laufenden Kameras enttarnt.

http://www.youtube.com/watch?v=66RUZQ3vpWg

http://www.youtube.com/watch?v=iQR62pXvIb8

via nerdcore, spreeblick, amypink


26.06.2010 1

Der 18-seitige Tour Rider von Iggy Pop & The Stooges

Tour Rider sind ja so eine Sache für sich. Sobald das Geschäft eines Musikers und dessen Band ein wenig Fahrt auf nimmt heisst es quasi ferngesteuert durch die Lande zu ziehen, aufzutreten, einzutreten und wieder abzutreten. Das dabei alles glatt läuft und die Band und Kollegen sich rund um wohl fühlen gibt es den Tour Rider. Meist ein Stück Papier auf dem drauf steht was sich die Künstler alles vor, während und nach ihres Auftrittes wünschen und meist voller Skurrilitäten steckt. Iggy Pop & The Stooges haben hierfür einen 18-seiten Rider von Roadie Jos Grain verfassen lassen der an Brillianz kaum zu schlagen ist. Nina von den 78s hat in meinen Augen auch schon die besten Verse heraus gesucht und so zitiert ich die einfach mal.

“About Iggy’s vocal – we need lots. The best thing is, make it strong and punchy, a bit like a boxing kangaroo. Then turn it up. When you think you have turned it up enough, turn it up some more. A tsunami of voice.”

“GUITAR (clear and bright like the sound of jackboots upon wet cobblestones): For the sidefills, can we have two great big enormous things please, of a type that might be venerated as gods by the inhabitants of Easter Island, capable of reaching volumes that would make Beelzebub soil his underpants, and driven by amplifiers that could provide the power for a Monster Truck Rallye.”

“Here are several quick ways to find out if the wedges you are using are NOT really suitable:
1. They were removed from the parcel shelf of a 1974 Ford Cortina.
2. When you look underneath, it says “© The Disney Corporation – collect all from Burger King™”
3. They can be easily lifted above head height – by your wife.”

“2 large industrial fans to be provided on stage and one in the dressing room for use by the drummer. He’s practicing that scarf thing that they used to do in Bon Jovi and Heart videos.”

“Dinner for ten people should be available. We need to have a selection of chicken, fish and vegetarian food. (Er…calling Germany… Vegetarian means “does not have any meat in it”. That includes sausage. And whatever “Speck” is.)”

“1 x case of big bottles of good, premium beer. You decide. Here’s a clue – it probably won’t start with a letter “B” and end with “udweiser”.”

“Cauliflower / broccoli, cut into individual florets and thrown immediately into the garbage.”

“A copy of the New York Times. Recent. In fact, today’s would be nice.”

Den kompletten Rider könnt ihr euch auf SmokingGun anschauen wo es noch wesentlich mehr Rider zu entdecken gibt. Foto: Robert Scales


24.06.2010 0

The Sad Story Of A Boy Living In A Bubble

Über Visboo bin ich eben auf die Geschichte von David Vetter gestoßen, einem Jungen der sein gesamtes Leben aufgrund der Immunerkrankung SCID, die David von Geburt an jegliche Immumabwehrkräfte genommen hatte, ein einer Schutzblase als Kunststoff verbringen musste. Einzig ein, extra für ihn entwickelter, keimfreier Raumanzug der NASA ermöglichte es ihm im Alter von 6 Jahren erstmals das Haus zu verlassen.

Diese Geschichte hat mich nicht nur zuletzt aufgrund der unglaublichen Bilder gefesstelt die den wohl traurigsten Jungen der Welt zeigen, der erst kurz vor seinem viel zu jungen Tod, die Hände seiner Mutter im Gesicht spürte – zum ersten Mal.

Story: Boy Who Spent His Life In A Bubble

P.S. Nein den Film mit Jake Gyllenhall kannte ich auch noch nicht, aber nachdem ich den Trailer gesehen habe ist mir gerade sowieso schlecht.


03.06.2010 1

Paperthin

Es ist jetzt fast einen Monat her als mein Hund gestorben ist. Seit diesem Tag hat sich an unserem Wetter nichts mehr getan – kalt und grau. Die Trauer sitzt noch tief und auch wenn sie mit jedem Tag ein Stück verblasst. Eben, als ich dieses Video zu Pete Lawries “Paperthin” sah, musste ich wieder an ihn denken und daran wie sehr er mir fehlt. Nächste Woche wollen wir an seinem Grab einen Rosenbusch pflanzen. Ich denke es werden gelbe Rosen. Die hätten ihm gefallen.


31.05.2010 6

“Die Beste Partei” wins – Anarchistischer Surrealismus gewinnt die Kommunal-Wahlen in Island

Ich weiß jetzt gar nicht ob ihr es mitbekommen habt, aber in Island hat am Samstag “Die Beste Partei” (das ist der Name der Partei!) angeführt von Comedian Jón Gnarr, die Wahlen um den Einzug in das Rathaus von Reykjavik gewonnen! Ein Wahl- bzw. Parteiprogramm existierte nicht, stattdessen berief man sich auf das Leitmotiv “Whatever works”, sprich Alles was machbar ist und versprach als das nicht zu tun was die Politiker sonst so tun und vor allem bisher getan haben. Stattdessen mag man lieber für den hiesigen Zoo einen neuen Eisbären holen, versprach an allen heißen Quellen kostenlose Handtücher auszuteilen und die Stadt an sich freundlicher, netter und schöner gestalten.

Voters here blew a loud raspberry at Iceland’s political establishment Saturday, handing victory in the capital’s municipal elections to an upstart political party that ran a blatantly satirical, humor-based campaign.

After promising a polar bear for the Reykjavik zoo and making other unorthodox proposals, the six-month-old Best Party won 34.7% of the vote, securing six of the 15 seats on the city council. It was closely followed by the Independent Party—the traditional powerhouse in the city—with 33.6% of votes and five seats. The Social Democratic Alliance, which currently governs Iceland in coalition with the Left-Green Movement, won three seats while its coalition partner was left with one.

The win for the Best Party—whose slogan loosely translates to “Whatever Works!”—puts its leader Jon Gnarr, Iceland’s best-known comedian, in a strong position to become mayor of Reykjavik, a post that is sometimes a launching pad for national politics. Although the Bests are two seats short of an absolute majority, longstanding enmity among the other parties will make it hard for them to agree on an alternative candidate. (…)

Für mich einfach nur das geilste Fuck You! des Jahres an alle Verantwortlichen der isländischen Finanzkrise von all den Menschen die das Vertrauen in das System verloren haben und ein noch fetteres Fuck You! an die ganzen überheblichen Polit-Heinies die wieder einmal das Wort des Volkes unterschätzt haben und mit den selben alten selbstsüchtigen Phrasen versucht haben Punkte zu holen. 12 Points for the people of Iceland!

Offbeat Party wins Iceland Vote via @murdelta


12.05.2010 2

Danke!

Ich weiß gar nicht wie ich euch allen danken soll, egal ob es eure Kommentare, eure Twitter Nachrichten, ICQ Nachrichten oder eure E-Mails waren. Jede, wirklich jede einzelne Nachricht von euch hat mir Kraft gegeben in dieser wirklich beschissenen Situation. Auch wenn ich von mir lange dachte mental und psychisch stark zu sein und solche Momente durchstehen zu können, so hat es mich gelehrt, das ich das nicht bin und das es gut ist zu weinen.

Diese stumpfe Gefühl nach den ersten Minuten der Beerdigung, wich schnell einer Leere wie ich Sie vorher noch nie gespürt hatte. Alles war plötzlich uninteressant, Internet, E-Mails, Twitter, Telefon, fuck off dachte ich – ich wollte nichts davon sehen, hören oder sonst was. Ich wollte nur mein Gesicht tief ins Handtuch vergraben und heulen. Jedes einzelne Bild welches ich in der Wohnung von ihm fand, jede Erinnerung die ich hervor holte ließ mich innerlich zusammen brechen. Wieder und wieder rang ich um Atem und die Tränen

In der Nacht dachte ich oft an all das war wir zusammen erlebt hatten, dachte an die zahlreichen Spaziergänge, die Besuche in Omas und Opas Garten, seine fast schon witzige Hassliebe zu Nachbars Katzen und wie er Abends, als ich noch klein war immer zu mir ins Bett sprang. Es sind schöne Erinnerungen, es gibt viele davon die ich hier kaum aufschreiben kann. Aber sie sind da und ich werde alles versuchen sie nie zu verlieren.

Der Tag darauf war besonders schwer, frühs aus dem Haus zu gehen und auf seinen leeren Platz zu sehen, ums Haus herum auf sein noch frisches Grab zu blicken und zu wissen, wenn ich abends heim komme, ist er nicht mehr da. Das gemeinsame Abendbrot welches sonst Schauplatz reger Diskussionen war, wurde zu einem Platz des Schweigens. Ich konnte nichts sagen, niemand wollte etwas sagen, zu sehr war man noch in der Leere gefangen. Hunger hatte ich auch keinen. Ich zog es vor ein paar alte Bilder von ihm anzuschauen und danach  meine wöchentliche Poker-Runde zu eröffnen, die für mich der erste Auffang war und mich von meinen Gefühlen ablenken sollte. Als wir fertig waren besuchte mich Ulrich, Nachbars Katze, und er schaffte es irgendwie meinen Schmerz zu lindern. Ein halbe Stunde sah ich ihm dabei zu wie er sich auf meiner Couch räkelte und um meine Zuneigung rang, für einen kurzen Moment dachte ich daran Moritz läge bei mir und wolle mir noch ein letztes “Lebe Wohl” sagen.

Heute sind es nun zwei Tage die mein Hund schon nicht mehr lebt. Der Gedanke daran lässt mich immer noch zittern, aber es wird besser. Ich habe außerdem gemerkt das es mir ganz gut tut auch mal offline zu sein, Distanz zu gewinnen von der Hektik da draußen und Zeit für mich zu haben. Ich liebe das Netz, ich liebe euch die ihr hier jeden Tag vorbeischaut um zu sehen was es so Neues gibt und die die ihr hier fleissig kommentiert. Aber ich werde den morgigen Tag noch einmal dazu nutzen mich komplett vom Netz fernzuhalten und zusammen mit meinen Freunden, auf meinen Hund, das Leben und hoffentlich gutes Wetter anzustoßen.

Ab Freitag könnt ihr euch dann auf eine Flut von Beiträgen gefasst machen. Derzeit schwirren hier irgendwas um die 2398 ungelesenen Beiträge in meinem Reader herum und ich wette das mind. 5% davon blogwürdig sind. Also macht’s erstmal gut, habt Dank für jedes einzelne Wort und trinkt morgen ein Bier für Moritz und mich mit. DANKE und Prost!


10.05.2010 23

Mein Begleiter (6.11.93 – 10.5.2010)

Fast 17 Jahre ist her, da hielt ich dieses kleine Etwas in Händen kurz nachdem er geboren war. Ich selbst war noch ein Kind, kaum in der Lage zu begreifen was das Wunder des Lebens eigentlich bedeutet und mein Verständnis für Worte wie Verantwortung und Fürsorge waren nichts weiter als Worthülsen die ich benutzte um meinem Wunsch nach einem Hund Ausdruck zu verleihen, der durch eine glückliche Fügung Gehör fand.

Ich erinnere mich noch wie er in großen Sätzen durch das hohe Gras unseres Gartens sprang, in einer Art die ich noch nie zuvor bei einem Hund sah, und wie er mich als kleines Kind durch die Parkanlage in der Nachbarschaft zog. Er war ein kräftiger Bursche, den man gerne mal unterschätzte wenn man ihn an der Leine führte. Er hatte ein unglaubliches Gehör und erkannte auf hunderte Meter die Geräusche jedes einzelnen Familienmitgliedes und ließ es das Ganze Haus wissen wenn von einer von uns nach Hause kam.

Er war ein Kämpfer der immer wieder aufstand, bis er es irgendwann nicht mehr von alleine konnte. Zwei Muskelfaserrisse und ein Schlaganfall hatten ihm nahezu jede Beweglichkeit geraubt. Aber auch davon erholte er sich und saß mit uns wie jeden Abend an unserem Abendbrotstich und wartete brav darauf ein Stück seiner Blutwurst von mir zu bekommen.

Heute Abend ist sein Platz leer. Er war mein Begleiter, mein Freund, mein ganzer Stolz. Er wird mir fehlen. Sehr sogar. Sein Körper sei voller Karzinome meinte der Arzt und riet uns ihn einschläfern zu lassen. Wir brauchten eine Woche um unsere Entscheidung zu fällen. Am Ende ist er sanft eingeschlafen und schien befreit. Mein Hund Moritz ist heute morgen gestorben und ich werde ihn gleich zu Grabe begleiten…

Ich bin nicht wirklich gut darin meine Gefühle in Worte zu fassen und als ich eben an seinem Grab stand bekam ich nur ein schluchzendes “Machs Gut” raus, bevor mich die Tränen wieder übermannten. Ich will es einfach noch nicht wahr haben, das er frühs nicht mehr an meinem Bett wartet bis ich aufstehe. Ich kann es einfach nicht. Er war meine Konstante, immer da und jetzt nicht mehr. “Mein Hund” so lautet der stolze Titel eines Aufsatzes den ich in der Grundschule schrieb. “Mein Hund ist tot” ist ein Satz den ich nie schreiben wollte es jetzt aber tun muss. Ich muss es schreiben, ich weiß sonst nicht wohin. Ich habe Angst morgen früh aufzustehen und auf seinen leeren Platz zu sehen. Er ist nicht mehr da. Er war mein Hund, das größte Geschenk was man mir je gemacht hat. Ich werde ihn nie vergessen.

Ich wäre euch sehr dankbar wenn ihr nicht auf “Gefällt mir” klicken würdet. Danke.