Das Monster spiegelt kulturelle Gemütslagen und Weltdeutungen, im Bild vom bösen, unkontrollierbaren und tierhaften Wesen offenbart eine Gesellschaft ihre Abgründe und Ängste. Osama bin Laden ist so gesehen ein modernes Monster. In diesem Sinne lässt sich sagen: Monster wurden und werden von der Gesellschaft gemacht, durch Mediendiskurse, politische Interessen, durch moralische Dogmen. Matthias Burchardt ist Bildungsforscher an der Universität Köln und zugleich Deutschlands wohl einziger Monsterologe. In der SWR2 Aula erläutert er die Faszination seines Forschungsfeldes.
Sehr schöne Typo-Animation als Promo für David Bellos Buch “Is That a Fish in Your Ear” über den Konflikt von Sprachen und Verständnisprobleme im Allgemeinen. Sieht interessant aus.
Supertolle Idee von ImprovEverywhere, deren Projekte in letzter Zeit ja eher solala waren, aber das aktuelle Say Something Nice Project würde ich bitte gerne sofort in jeder größeren Stadt installiert sehen. Ich stifte auch gerne Megaphon und einen Packen Batterien für den Anfang in meinem kleinen Städtchen. Ihr seid nämlich extraklasse. Und das sag ich auch gerne laut und öffentlich. via whudat
Eine sehr schön Debatte zwischen Stephen Fry und Ann Widdecombe über das Bild und das Wirken der katholischen Kirche animiert von IQ2 Short. Die grafische Inszenierung ist zwar etwas anstrengend, vor allem Stephens Parts vor rotem Hintergrund (bei Fullscreen), dafür aber kommen wir in den Genuss von 10 Minuten feinster Diskussionskultur, zumindest auf Seiten Fry. Frau Widdecomb, steht alles andere als gut da. via uvmann
Stephen Fry in einem kongenialen 30-minütigen Interview über seine Star Trek Theorie, dass die komplette menschliche Historie in Star Trek Episoden erzählt werden kann, warum Douglas Adams die Nummer 42 wählte, er Fett sammelt und überhaupt zu den wohl besten und nerdigsten Interviewpartnern auf diesem Planeten gehört. via wired
Epic Ink veröffentlicht die Tage die erste komplette Sammlung aller Original Star Wars Blaupausen in einem Buch bei dem mir das Wasser um Mund zusammen läuft, ob der Buchbinderischen Perfektion, dem Format, dem Einband, einfach Allem und der Atem stockt als ich den Preis sah. Aber hier erst einmal die Buchdesign Galore.
A custom-made cloth case holds the massive book of technical drawings within. Featuring 10 gatefolds that open to just shy of 4 feet in length, Star Wars: The Blueprints captures the original materials in breathtaking detail. Each book is hand-numbered and with an exclusive, limited run of only 5,000 English language copies, only the most passionate fans and collectors will have access to these prized documents and the incredible story they tell.
Star Wars: The Blueprints
336 pages, including 10 gatefolds
More than 250 featured blueprints
Over 70,000 words
More than 500 photographs and illustrations
Hand-numbered title page
Printed on 200gsm matte paper with a varnish seal
15.5” wide by 18.5” tall (39.4 cm wide by 47 cm tall)
22 pounds (10 kg)
Kostenpunkt: 1000$, und somit unbezahlbar, für die ersten 125 Stück, die von den letzten drei noch lebenden Academy Award Gewinnern für “Best Art Direction” in der Original-Trilogie handsigniert wurden: Norman Reynolds, Les Dilley und Roger Christian. Die restlichen 4875 Stück könnt ihr dann für 500$ (umgerechnet knappe 350 €) das Stück erwerben.
Kirby Ferguson hat vor zwei Tagen den dritten Teil seiner Reihe “Everything Is A Remix” veröffentlicht. In dieser Episode geht er dem Ursprung von Kreativität nach, erleutert wie Innovationen wirklich geschehen und warum einige Erfindungen eben ein Produkt ihrer Zeit sind und nicht zwingend dem Geist eines Genies entspringen mussten.
Tolle Indie-Produktion, für die ihr gerne hier spenden oder flattern dürft. Teil I & II könnt ihr euch hier ansehen, Teil IV erscheint dann im Herbst 2011. via so-ziemlich-alle
Ich höre mir gerade den unglaublich interessanten Zündfunk Generator Podcast vom Wochenende an über die Kulturgeschichte des nuklearen Super-Gaus in Film, Comic und Computerspielen mit Referenzen zu Godzilla, Astro Boy, Duck and Cover, Radioactive Man, Fallout 3 und Stalker.
“Ein Arzt kontrolliert Kinder auf Radioaktivität. Der Geigerzähler knistert. Eine Szene aus dem allerersten Godzilla-Film aus dem Jahr 1954, den es bis heute nur im japanischen Original zu sehen gibt. Sie spielt in einem völlig überfüllten Krankenhaus. Kurz vorher ist die Riesenechse Godzilla durch Tokio gestampft und hat mit ihrem Atom-Atem eine Spur der Verwüstung hinterlassen. So wie der Geigerzähler das Unsichtbare hörbar macht, macht Godzilla das Unsichtbare sichtbar: das atomare Trauma Japans. Godzilla ist die zum Monster gewordene Angst Japans vor der Atom-Katastrophe. Es folgen noch 27 weitere Godzilla-Filme. Doch nicht nur in Japan beschäftigt sich die Popkultur mit dem Phänomen Atomkatastrophe, auch in den USA setzt man sich mit dieser unheimlich mächtigen, aber eben auch unheimlich gefährlichen Kraft auseinander. In diesem Generator soll es um die Frage gehen, wie die Popkultur die Atomgefahr verarbeitet hat. Wie hat sich die Darstellung der atomaren Gefahr mit der Zeit verändert? Gibt es Unterschiede zwischen Japan, den USA und dem Rest der Welt? Was haben uns Kunst und Kultur, Filme, Comics und Computerspiele über den nuklearen Tod zu sagen?”
Eigentlich finde ich ja, dass diese minimalisierten Darstellungen von irgendwas anderem irgendwie durch sind – das ist quasi der Minimal Techno des Grafik Design. Aber den hier will ich trotzdem eben mal noch loswerden
See Gee bringt mit The Record Books die Cover großer Alben auf Buchdeckel und das sieht mitunter verdammt gut aus.
(via Monoscope)
Steven Schlozman ist “Assistant professor of psychiatry at Harvard Medical School and a lecturer at the Harvard School of Education” und hat ein Buch über die Neurobiologie von Zombies geschrieben, welches morgen erscheint – The Zombie Autopsies. Ein wohl recht umfassendes Werk in dem er unter Anderem sehr präzise erklärt welche Teile und Funktionen des Gehirns Zombies zu dem machen was sie sind. Anlässlich der Veröffentlich morgen hat er noch ein Video produziert in dem er am Beispiel eines echten menschlichen Gehirns die Zombies aus Night of the Living Dead erklärt.
Von Amazon:
With the recent successes of films like Zombieland and the TV series The Walking Dead, zombies have never been trendier. In this fictional “secret notebook” describing a zombie research project, Harvard-trained physician and avowed horror fan Schlozman capitalizes on the undead craze with an inventively framed apocalyptic tale embellished with black humor. Embedded within the recovered journals of zombie expert Dr. Stanley Blum is the story of a viral research team quarantined on a remote island with specimens from a future worldwide plague dubbed Ataxic Neurodegenerative Satiety Deficiency Disorder, otherwise known as zombiism. Alas, the team inevitably succumbs to the illness themselves but not without, apparently, finding the cure. Hence, the World Health Organization’s urgent “release” of the notebooks, complete with illustrations of zombie anatomy and graphic descriptions of toothsome mayhem. While medical professionals may reap a few laughs from Schlozman’s meticulous faux scientific research, the target audience is comprised of horror fans and zombie enthusiasts. –Carl Hays
Der Mann ist kein Unbekannter, so erschien vor zwei Jahren auf io9 dieser abgedrehte Artikel über seine Ergebnisse der Neuropsychologie von Zombies und deren Krankheitsbild des “Ataxic Neurodegenerative Satiety Deficiency Syndrome”. Hatte ich seinerzeit gar nicht auf dem Schirm, ist aber durchaus interessant.