25.10.2011 14

Yours Truly in Utrecht. Sonntag II.

Zwei Wochen ist es nun her das meine Wenigkeit in Utrecht Einzug hielt und dort zwei interessante Tage verbrachte (hier mein Bericht zu Tag Eins und der ersten Hälfte des zweiten Tages). Und ich finde es ja immer recht spannend zu sehen, was noch solch einer Zeit noch hängen geblieben ist. In meinem Fall wohl der schönste Teil der Reise, der hiermit den dritten und somit letzten Bericht meiner Reise in die Niederlande bedeuten wird. Ich und dieses belgische Biercafé.

Nach meinem recht mühevollen Aufstieg auf den Utrechter Dom, machte ich mich nun auf den Weg zum Centraal Museum. Allerdings merkte ich recht schnell auf meinem Weg dorthin dass mir ganz schön die Beine brummten und ich lieber erstmal ein Päuschen einlegen sollte. Dem Zufall sei Dank bin ich irgendwie an De Rechtbank vorbei gekommen, einem trendigen Restaurant im ehemaligen Gericht von Utrecht, wo ich mir einen wärmenden Kaffee sowie eine köstliche Erdbeer Panna Cotta gönnte.

Frisch gestärkt machte ich mich nun auf zum Museum, dass wie ich leider feststellte, bereits 17 Uhr geschlossen hatte. Irgendwie war ich in der Annahme das man erst viel später schließen würde. Naja mein Fehler. Leider hatten auch das direkt in der Nähe gelegene Dick Bruna Haus und das Universitäts-Museum schon geschlossen. Also beschloss ich noch etwas die Stadt etwas abseits der normalen Touristen Wege zu besichtigen und mich anschließend  im Hotel frisch zu machen und zum Dinner zu Oliviers zu gehen. Diese Bar die mich bereits am Samstag begeisterte.

Nach einem recht langen Irrweg, Google Maps wollte mich irgendwie verarschen und leitete mich immer wieder zu einem türkischen Restaurant, gelangte ich nun vor die Pforten dieser Hallen, die ich am liebsten nie wieder verlassen hätte.

Von außen wirkt das Oliviers sehr beschaulich, da man von einer schmalen Gasse darauf zuläuft und absolut gar nichts von den Dimensionen sieht, die einen im Innern erwarten, außer dem kleinen Maria Minor Schriftzug der zaghaft darauf hinweist das sich im Innern eine der versteckten Schlupfkirchen Utrechts befindet.

Nachdem man den Eingang durchschritten hat, steht man auch gleich mitten im Gastraum, blickt auf eine vollständig erhaltene Orgel und wird von einer hallenden Akustik begrüßt, die manch einen eventuell abschrecken würde. Auf der rechten Seite befindet sich zahlreicher Wandschmuck der für belgische Gemütlichkeit sorgen soll und auf der linken eine gewaltige Bierbar mit dutzenden Sorten belgischer Biere. Und so gibt es eine extra Bierkarte. Ein Paradies! Da ich nicht sofort einen Tisch bekam, überbrückte ich die Zeit an der Bar und genehmigte mir ein Chimay Bleue, eines der vielleicht besten belgischen Biere überhaupt.

Nach einer angenehm kurzen Wartezeit bekam ich dann auch endlich einen Tisch und bestellte mir zum Einstieg die Chefsuppe. Eine ganz einfache Weizenbiersuppe, die mit etwas Chili, Koriander und kleingeschnitten Karotten raffiniert war. Zugegeben etwas schärfer als mir lieb ist, aber lecker und Appetitanregend.

Als Hauptspeise entschied ich mich dann für das Rib-Eye Steak nach Art des Hauses mit belgischen Fritten und einem, das war für mich ja überhaupt das Größte, einem begleitenden Bier, einem Westmalle Dubbel. Im Oliviers bekommt man nämlich zu jeder Speise, egal ob Vor-, Haupt- oder Nachspeise ein passendendes Bier empfohlen. Ich war verliebt. Der Bierlust verfallen genoß ich mein butterzartes Steak und beschloss den Abend hier ausklingen zu lassen. Es könnte einfach nicht mehr besser werden. Bei einem kleinen Sorbet im Bierglas serviert und einem Espresso, verneigte ich mich innerlich vor dieser Bar und ging breit grinsend und glücklich wie ich es, nach so exzellenten Küche und vor allem Bieren, so schnell nicht noch einmal sein konnte zurück in mein Hotel.

Bei regenverhangener Nacht und recht wenig los auf den Straßen machte ich es mir im Hotel gemütlich und bereitete mich darauf vor am frühen Morgen abzureisen, was nicht wirklich der Rede wert ist. Und somit endet mein Bericht an dieser Stelle.

Utrecht und ich, wir haben uns vermutlich nur um zwei, vielleicht drei, Wochen verpasst. Genau um die Zeit zu der auch bei uns der Sommer nochmal das High-Five rausholte. Man sieht dieser Stadt im frühen Herbst immer noch das Strahlen eines späten Sommers an den man wohl nirgends in den Niederlanden besser genießen dürfte wie in dieser geschichtsträchtigen Stadt. Man mag es Idylle nennen, aber der historische Stadtkern ist einfach ausgedrückt, malerisch schön, und immer wieder stellte ich mir während meiner Regenspaziergänge vor, wie wunderbar es wohl an einem sonnigen Tag hier sein muss, die Grachten entlang zu marschieren, in diesem kleinen Cafe an einem alten Hanseaufgang gelegen einen kleinen Espresso zu trinken und dabei zuzusehen wie Bierfässer von einem alten Boot aus in den Grachtnahen Restaurants verladen werden. Ich denke es dieses kleine einfache Stück Leben dass man dort so wunderbar genießen kann und weswegen ich gerne wiederkomme. Dann nehme ich mir etwas mehr Zeit und noch eine nette Begleitung mit. Denn auch das habe ich gelernt, alleine verreisen ist überhaupt nichts für mich.

Neben den ganzen Fotos hier im Blog habe ich drüben auf Flickr noch einige Weitere hochgerladen. Ich würde mich freuen wenn ihr dort mal vorbei schaut. Flickr: Utrecht 2011

Weitere Infos zu den Niederlanden an sich könnt ihr euch auf niederlande.de holen bzw. auf Facebook und Twitter sowie dem Holland Blog, der auch über meine Reise berichten wird. Die Reise selbst wurde mir vom Niederländischen Büro für Tourismus & Convention gesponsert. Dankeschön dafür!




13 Kommentare


  1. #1

    Marco

    - 25.10.2011 - 15:30 · Reply to this comment

    Deine Reise war viel schöner als meine :(



  2. #2

    honki

    - 25.10.2011 - 15:32 · Reply to this comment

    @Marco: Nächste Mal am besten wieder zusammen, mmhkay?



  3. #3

    Marco

    - 25.10.2011 - 15:35 · Reply to this comment

    @honki: Na mindestens!



  4. #4

    Thomas

    - 25.10.2011 - 15:51 · Reply to this comment

    Tolle Bilder, gut geschrieben, lecker Bier, dicke Glocken … was will man mehr von einer Städtetour?! Vielen Dank für den schönen Bericht! … Aber was mich nun wirklich richtig neugierig gemacht hat, ist die Frage, was denn Marco so erlebt hat, dessen Reise ja seinen Kommentaren nach im Vergleich zu einfach schrecklich gewesen sein muss.
    Wenn ich also nun weiß, dass ich dringend mal nach Utrecht gehen sollte, wüßte ich nun auch gerne, wohin ich auf keinen Fall gehen sollte, nämlich offensichtlich dorthin wo Marco war.



  5. #5

    honki

    - 25.10.2011 - 16:01 · Reply to this comment

    @Thomas: danke thomas, wie gesagt, hätte das mit dem wetter geklappt, wäre vermutlich doppelt soviel bildmaterial entstanden. beim nächsten mal dann ;D

    Marco war übrigens in Arnheim. Kannst du gerne hier nachlesen: http://www.mindsdelight.de/tag/holland/

    Aber so schlimm ist es da eigentlich auch nicht. Er hatte nur etwas Pech.



  6. #6

    Marco

    - 25.10.2011 - 16:07 · Reply to this comment

    @Thomas: Eigentlich ist Arnhem auch wirklich wunderschön und echt eine Reise wert. Tatsächlich ist es auch nicht weit von Utrecht entfernt und wenn man sich mal so eine Woche Zeit nimmt, kann man sich ganz locker beide Städte anschauen.
    Aber kurz zusammengefasst: Blödes Hotel, zu wenig Zeit, verkorkste Planung. Na ja. *g*



  7. #7

    anni

    - 25.10.2011 - 18:21 · Reply to this comment

    Ich war eine Woche vor dir in Amsterdam und fand es eher … erschreckend, dass dort auch sämtliche Museen (bis auf das Erotik- und Sex-Museum, woran das wohl liegt …) 17 Uhr schließen. Scheint also üblich für die Niederlande, gefällt mir leider gar nicht, weil ich die Stunden zwischen Museumsbesuch und Abends-Weggehen gerne effektiver genutzt hätte.
    Schön, dass es dir trotz Regen gefallen hat!



  8. #8

    honki

    - 25.10.2011 - 18:23 · Reply to this comment

    @anni: ja öffnungszeiten bis 19 oder gar 20 uhr wären toll gewesen.



  9. #9

    Sascha

    - 26.10.2011 - 10:26 · Reply to this comment

    Sehr schöne Berichte Honki. Ich will da jetzt schon allein wegen dem Bier hin. ;) Nächsten Sommer? :P



  10. #10

    Thomas

    - 26.10.2011 - 10:59 · Reply to this comment

    @Honki & Marco:
    Danke für den Link. Und so schlimm schien es doch gar nicht gewesen zu sein, sieht man von lahmarschigen Bedienungen, WenigLAN, dauerurinierenden Nachbarn, rempelnden Passanten und der nachvollziehbaren Abfahrts-Panikattacke ab.
    Und als Anwohner des Rheins stellte ich beschämt fest, dass mir dessen Verlauf nur bis ungefähr Köln klar ist, freue mich aber gleichfalls auf den Sommer, denn da schnapp ich mir nen dicken Gummireifen und lasse mich bis Utrecht und Arnheim treiben – mindestens!



  11. #11

    honki

    - 26.10.2011 - 11:18 · Reply to this comment

    @Thomas: klingt gut ;D



  12. #12

    Per

    - 26.10.2011 - 11:41 · Reply to this comment

    Diese Karaffe ist ja mal sehr edel, Genießen für Fortgeschrittene. Lokal sieht auch gut aus.



  13. #13

    honki

    - 26.10.2011 - 11:42 · Reply to this comment

    @Per: achja ich vergaß zu erwähnen das bier #1 gnadenlose 9% und bier#2 stattliche 7% hatte. entsprechende angeschickert bin ich dann durch die innenstadt gezogen :D



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