Yours Truly in Utrecht. Sonntag I.
Heute vor einer Woche begann für mich der zweite Tag meines Kurztrips nach Utrechts. Nach dem sehr anstrengenden ersten Tag, nahm ich mir vor den Sonntag zeitig zu beginnen und die Stadt in Ruhe zu erkunden. Leider machte mir das Wetter einen großen Strich durch die Rechnung mit permanenter Kälte und immer wieder einsetzendem Regen, sodass ich mich erstmal darauf einrichtete gemütlich eine Lokalität nach der anderen zu erkunden.
Nach einem kurzen Frühstück im Hotel und anschließendem Orientierungslauf durch die im Vergleich zum Vortag fast menschenleere Stadt kehrte ich recht früh im Oudean ein, einem alten Stadtkastell in dessen Keller sich eine kleine Brauerei befindet. Bei einer warmen Suppe und zwei köstlichen Bieren, einmal dem Jonge Daen, einem gefilterten Weißbier, und dem Ouwe Daen, einem erstklassigen dunklem Weizenbier, stärkte ich mich für die große Erkundungsreise durch die Stadt. Ich wäre ja liebend gerne noch länger geblieben und hätte mir wirklich gerne die Brauerei angesehen, aber das würde wohl nur unterhalb der Woche machbar sein sagte man mir. Schade.
Meinen eigentlichen Plan mir das Centraal Museum anzusehen, hatte ich dann auch gekippt und so entschied ich mich dafür die unzähligen Sakralbauten der Stadt zu besichten, die mir mein Guide René am Vortrag vorstellte. Allein im Stadtkern von Utrecht stehen unglaubliche 32 Kirchen, von denen einige große Wahrzeichen der Stadt sind, und viele Andere sogenannte Schlupfkirchen, die man von außen nicht erkennen würde.
Als Erstes schaute ich mir die St. Augustinuskerk (oben) und ihren gewaltigen Altar an, von dort aus, durch etliche Schlupfwinkel zu den versteckten Kirchen, deren Namen ich leider nicht mehr weiß bzw. auch nicht herausbekommen habe. Nur soviel: in einigen dieser Kirchen findet heute kein Gottesdienst mehr statt, stattdessen wurden sie mitunter zu Restaurants, Festhallen, Bibliotheken oder gar Bars umgebaut.
Anschließend zum Utrechter Dom. Nach einer kurzen Tour durch die Domgärten und das beeindruckende Innere des Domes beschloss ich die Domtour zu wagen, eine geführte Tour bis in die Spitze des Turmes über 465 Stufen auf 96m Höhe.
Mit einer recht großen Gruppe von Holländern erkundete ich in knapp zwei Stunden die verschiedenen Stockwerke des Turmes, vom Festsaal angefangen, über das Wärterquartier, bis hoch in den Glockenturm wo sich eines der mächtigsten Glockengeläute Europas befindet. Die größte Glocke davon “Salvator” wiegt über 8200kg und man kann gut und gerne 8 Personen darin verstecken. Wie sie allerdings in den Kirchturm auf knapp 80m Höhe gekommen ist, das weiß man bis heute nicht, da es damals wohl keine geeigneten technischen Möglichkeiten hierfür gab.

Das ist Salvator, die Mutter aller niederländischen Glocken.
Ein weiteres Stockwerk oberhalb haben wir dann das Carillion, das Glockenspiel, des Domes kennengelernt, dessen Geläut alle viertel Stunde eine wunderschöne Melodie spielt. Tag und Nacht. Alle 15 Minuten. Etwas das man dringend bedenken sollte, wenn man in direkter Nähe vom Dom schlafen möchte.
Anschließend hoch auf die Aufsichtsplattform, von wo aus man in über 96m einen beeindrucken Blick über die Stadt erhält und ganz besonders gut die Fläche des zerstörten Mittelschiff des Doms sehen konnte. Dieses wurde nämlich im Jahr 1687 von einem gewaltigen Tornado komplett zerstört, weswegen Domturm und Domkirche seither getrennt sind. (gut erkennbar an der mittleren Mauer des Domschiffs)
Der Abstieg ist nicht weiter erwähnenswert, außer dass mir danach mächtig die Beine brummten und ich stärker als beim Aufstieg feststellte, wie extrem schmal dieser Treppenaufgang war, der mit Sicherheit nichts für korpulentere Blogger wäre.
Gut, das war es erstmal mit der ersten Hälfte des Sonntags. Die zweite Hälfte meiner weiteren Stadtbesichtigung und großem Schmaus bei Olivier in Kürze hier. Anbei mal noch einige weitere Fotos.
Samtag war hier noch die Hölle los, Sonntag dann die Variante verregnet übersichtlich.
Hab ich schon erwähnt dass das Wetter nicht so doll war?
Ein Teilstück der Trajectum Lumen Tour die leider am Vorabend ausfiel.
Eine Nachbildung des Carillions auf der ein junger Bursche während der Tour I Was Made for Loving You von Kiss “Für Elise” spielte.
Kurzer Schnappschuss aus dem Dom, leider waren alle Tafeln auf niederländisch.
Aus der untersten Kammer von Q3DM16 des Domes.
Hier noch der Bericht meines ersten Tages in Utrecht und der Anlass der ganzen Reise.
Weitere Infos zu den Niederlanden an sich könnt ihr euch auf niederlande.de holen bzw. auf Facebook und Twitter sowie dem Holland Blog, der auch über meine Reise berichten wird. Die Reise selbst wurde mir vom Niederländischen Büro für Tourismus & Convention gesponsert. Dankeschön dafür!

































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2 Kommentare
Marco
- 17.10.2011 - 21:42 ·Ich finde ja, dass so ein bisschen Regen einer Stadt manchmal erst den richtigen, verträumten Charme gibt… und die Bilder sind echt super schön. Toll! :D
honki
- 17.10.2011 - 21:48 ·@Marco: ja der Regen brachte einen dazu häufiger mal einzukehren, was sich in dieser Stadt ungemein lohnt, da viele Gebäude einfach wahnsinnig alt sind und voller Geschichte stecken. Ich bin ja sonst auch nicht der Kirchengänger, aber bei so prunkvollen Gestaltungen werd auch ich schwach und das was ich sehen konnte waren ja gerade mal 10 von 32 (von den meisten konnte ich aufgrund des Regens leider keine gescheiten Bilder machen :/)
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